Zur gemeinschaftlichen Begehung einer Körperverletzung (§ 224 I Nr. 4 StGB)

„Zur Erfüllung des ausweislich der Liste der angewandten Vorschriften von der Strafkammer angenommenen Qualifikationstatbestands des § 224 Abs. 1 Nr. 4 StGB ist erforderlich, dass ein am Tatort anwesender Tatgenosse die Wirkung der Körperverletzungshandlung des Täters bewusst in einer Weise verstärkt, welche die Lage des Verletzten zu verschlechtern geeignet ist. Eine verstärkte Gefährlichkeit der Körperverletzung für das Tatopfer wird vor allem durch die Schwächung der Abwehrmöglichkeiten verwirklicht, wenn es durch das Zusammenwirken mehrerer in seiner Chance beeinträchtigt wird, dem Täter der Körperverletzung Gegenwehr zu leisten, ihm auszuweichen oder zu flüchten.“

BGH, 18.02.2016 – 4 StR 550/15

Fazit: Somit reicht es nicht aus, dass bloß mehrere Personen anwesend sind. Es muss vielmehr noch ein Umstand hinzutreten, nachdem sich dies negativ für das Opfer auswirkt. Der BGH spricht davon, dass sich die Lage des Opfers verschlechtern muss, damit dieses Tatbestandsmerkmal erfüllt ist.

 

Zur gemeinschaftlichen Begehung einer Körperverletzung (§ 224 I Nr. 4 StGB)

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