Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts zwischen Arbeitnehmern

Im Arbeitsverhältnis bestehen oft notwendigerweise enge Bindungen zwischen den einzelnen Arbeitnehmern. Diese Verhältnisse sind anfällig für Streitigkeiten. Nicht zuletzt auch hinsichtlich persönlichkeitrechtstangierender Aussagen. Mit solchen Aussagen hatte sich nun auch das Arbeitsgericht Aachen befasst:

„Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet, selbst alles zu unterlassen, was Persönlichkeitsrechte anderer Arbeitnehmer verletzt

Aussagen zum Umgang eines leitenden Mitarbeiters mit dem Verdacht des sexuellen Übergriffs auf Schutzbefohlene gehören zu den sensiblen Umständen des Arbeitsverhältnisses, die einem besonderen Schutz unterliegen.

Ein renommierter Fußballverein muss sich am Maßstab des korrekten Umgangs mit Mitarbeitern aus dem benachbarten Ausland messen lassen. Dies gilt umso mehr, als Fußballvereine sich DFB-weit auf die Fahne geschrieben haben, sich gegen den Rassismus zu stellen. Wird nun einem Vorstandsmitglied vorgeworfen, sich höchst abfällig über einen belgischen Staatsbürger auszulassen, stellt dies eine schwere Beschädigung seiner Reputation dar.

Dieses Recht (Persönlichkeitsrecht) ist durch die Behauptung des Verfügungsbeklagten in der Pressemitteilung, der Verfügungskläger habe

a) seit dem 08.03.2015 von dem Verdacht sexueller Übergriffe auf Schutzbefohlene durch einen ehemaligen Übungsleiter von B. gewusst,

b) ihn im weiteren Verlauf des Gesprächs vom 18.01.2016 als kleinen dreckigen Belgier bezeichnet,

verletzt worden, ohne dass dies durch ein berechtigtes Interesse der Verfügungsbeklagten gerechtfertigt wäre.“

ArbG Aachen, 25.02.2016 – 2 Ga 6/16

 

Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts zwischen Arbeitnehmern

Kommentar verfassen