Bei der Korrektur von Klausuren ist mir aufgefallen, dass Probleme mit der Einordnung von Vorsatz- und Fahrlässigkeitsdelikten bestehen. Daher im Folgenden einige kleinere Hinweise zu Fehlern, welche die Klausur in die Tiefe der Punkteskala katapultieren können:

  1. Zum einen wurde die §§ 223,224, 226 StGB zusammengeprüft, was grundsätzlich richtig ist. Dann sollte jedoch beachtet werden, dass sowohl die Qualifikation des § 224 StGB als auch das Grunddelikt (§ 223 StGB) Vorsatz voraussetzen. Lediglich bezüglich des Eintritts der schweren Folge des § 226 StGB ist Fahrlässigkeit ausreichend. Es ist somit falsch, dieses Delikt als reines Fahrlässigkeitsdelikt aufzubauen.
  2. Dies gilt eingeschränkt auch für den § 315 c StGB. Dabei lässt sich festhalten, dass hier sogar bezüglich der Tathandlung als auch bezüglich des Eintritts der konkreten Gefahr Fahrlässigkeit ausreichend sein kann. Aus Gründen der unterschiedlichen Strafandrohungen  von der vorsätzlichen und fahrlässigen Begehung sollte zunächst immer geprüft werden, ob Vorsatz vorliegt und nicht gleich auf die Fahrlässigkeit gesprungen werden.
  3. Die Anwendung der Qualifikationen und der schweren Folge des §§ 224,226 StGB auf die fahrlässige Körperverletzung ist nicht möglich, weil diese eine vorsätzliche begangene Grundtat voraussetzen (§ 223 StGB).

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Klausurhinweise: Strafrecht – Vorsatz und Fahrlässigkeit
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