Datum im Testament nicht klar erkennbar

Ist das Datum im Testament nicht klar erkennbar, stellt sich die Frage nach der rechtlichen Folge. Dies beantwortet das OLG Schleswig derart:

„Enthält ein Testament eine unklare Datierung, weil sich jedenfalls eine Jahresangabe nicht sicher feststellen lässt, findet § 2247 Abs. 5 BGB entsprechende Anwendung mit der Folge, dass das Testament nicht als gültig anzusehen ist, wenn möglich bleibt, dass es zeitlich vor einem weiteren Testament mit vollständigen Datumsangaben errichtet worden ist.“

OLG Schleswig, 16.07.2015 – 3 Wx 53/15

Fazit: 

Das OLG Schleswig bezieht sich hieraus nur auf den Fall, dass eine Kollision zwischen zwei Testamenten vorliegt. Geht es indes nur um ein Testament, wird die Thematik nur dann relevant, wenn ein Zeitraum in Betracht kommt, in dem der Erblasser geschäftsunfähig gewesen sein könnte.

§ 2247 BGB – Eigenhändiges Testament

[…] (5) 1Enthält ein nach Absatz 1 errichtetes Testament keine Angabe über die Zeit der Errichtung und ergeben sich hieraus Zweifel über seine Gültigkeit, so ist das Testament nur dann als gültig anzusehen, wenn sich die notwendigen Feststellungen über die Zeit der Errichtung anderweit treffen lassen. 2Dasselbe gilt entsprechend für ein Testament, das keine Angabe über den Ort der Errichtung enthält.

Datum im Testament nicht klar erkennbar
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